Familienplanung


Familienplanung & Beratung
Die Bezeichnung „Familienplanung“ steht für alles rund um Verhütung. Bitte beachten Sie, dass dies nicht mit dem Thema „Kinderwunsch“ und Kinderwunschberatung verwechselt werden darf.

Methoden: Orale Kontrazeption („Pille“), Hormonpflaster, intravaginaler Ring (Nuva Ring,™) Hormonstäbchen, intrauterine Systeme („Spirale“), Dreimonatsspritze, Sterilisation, und andere Methoden, die nicht notwendigerweise einer fachärztlichen Beratung bedürfen (z.B.: Kondom; Basaltemperaturmessung, Kalender, „aufpassen“ und so weiter), bzw. Vasektomie des Mannes

Orale Kontrazeptiva: weitgehend bekannt als „die Pille“, ist diese Methode besonders sicher, und darüberhinaus auch zur Behandlung von Regelschmerzen, unregelmäßigen Intervallen der Monatsblutung, aber auch Akne sowie anderer nicht verhütungsbezogener Probleme geeignet. Zusätzlich führt diese Verhütungsform zur Verminderung des Risikos an Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) und Gebärmutterkrebs (Endometriumcarcinom) zu erkranken. Diese Vorteile können auch durch das Verhütungspflaster und den Nuva Ring™ erzielt werden, nachteiligen Effekte sind neben vorübergehenden und zumeist umkehrbaren Nebenwirkungen vor allem die Erhöhung des Thrombose, – und Thromboembolierisikos. Dieses Risiko steigt stark an, wenn Begleitfaktoren wie Rauchen, Krampfadern, starkes Übergewicht und das Lebensalter (40+) entweder einzeln oder in Kombination vorliegen. Eine weitere Ursache für ein derartiges Ereignis stellt eine seltene genetische Veränderung der Blutgerinnung dar. Diese Veränderung ist durch eine Blutabnahme zu testen, wobei der Test vor allem bei Thrombose in der nahen Verwandtschaft und bei besonderer Neigung zu Hämatomen empfohlen ist. Durch eine Entscheidung des OLG Graz 8C 201/07i vom 26.11.2008 werden aber alle Frauen über die Möglichkeit zur ggf. auch freiwilligen Durchführung des Tests (Bestimmung der APC Resistenz) aufgeklärt. Eine Verpflichtung zur Durchführung besteht nicht.

Über die besonderen und maßgeschneiderten Bedürfnisse berate ich Sie im Rahmen der Ordination. Art der Anwendung, sowie alle weiteren Aspekte werden dann besprochen. Bitte beachten Sie, dass insbesondere bei der erstmaligen Verordnung einer hormonellen Verhütung ein längeres Gespräch nötig sein kann. Extrakosten fallen nicht an, allerdings werden für die Bestimmung der APC Resistenz  vom Labor dzt. € 15 in Rechnung gestellt, so ferne keine medizinische Notwendigkeit zur Durchführung besteht (hier werden die Kosten durch die Krankenkasse übernommen). Ältere Raucherinnen werden ausdrücklich auf eine erhöhte Gefahr für Schlaganfall und Herzinfarkt hingewiesen.

Zum Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen sind die Pille, Pflaster, Ring nicht geeignet.

Für das Hormonpflaster und den Nuva Ring ™ gelten  ähnliche Anwendungen. Das Hormonpflaster (Evra™) ist wöchentlich zu wechseln, der Nuva Ring™ ist für Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr nicht geeignet. Dieses System verbleibt 3 Wochen in der Scheide, es kann bei Bedarf für maximal 3 Std. entfernt werden, und danach wieder eingebracht werden. Sowohl das Pflaster als auch der Ring sind eher teure Verhütungsmethoden, jedenfalls signifikant teurer als eine Pille.

Intrauterine Systeme: Auch „Spirale“ genannt. Es stehen zwei verschiedene Systeme zur Verfügung: Die hormonfreie Spirale (aus Kupfer, oder aus Gold mit Kupferummantelung), wobei es mehrere Anbieter gibt, die Unterschiede ergeben sich aus den individuellen Erfordernissen (z.B. Größe der Gebärmutter) und den Wünschen der Frau. Zum anderen steht die Hormonspirale zur Verfügung, welche nicht nur überragende Sicherheit gewährleistet, sondern auch zur Behandlung von Blutungsstörungen bestens geeignet ist. Dies ist vor allem für Frauen gedacht, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben, möglicherweise schon am Beginn der Perimenopause stehen, und über starke, und rasch aufeinander folgende Blutungen klagen. Beide Varianten sind auch für stillende Mütter geeignet.

Bei der Spirale handelt es sich um eine besonders preisgünstige Verhütung (v.a. bei der Kupferspirale), welche eine hohe Sicherheit bietet. Das Setzen und das Entfernen der Spirale erfolgt in der Ordination, auf Wunsch steht ein Anästhesist zur Schmerzausschaltung zur Verfügung. Vor dem Setzen ist eine präzise Aufklärung und natürlich eine gynäkologische Untersuchung obligat.

Hormonstäbchen, Dreimonatsspritze: Diese Methoden sind durch eine östrogenfreie Verhütung charakterisiert, besonders geeignet für stillende Frauen und auch für Frauen ab dem 35. Lebensjahr, welche rauchen, bei Unverträglichkeit einer Pille. Die Rate an Nebenwirkungen ist hier gering erhöht. Daher ist die persönliche, individuelle Beratung besonders wichtig. Falls Interesse an einem solchen System besteht, vereinbaren Sie bitte einen Termin zur Beratung.

Ein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen besteht nicht.

Preise:

Pillenrezepte: keine Extrakosten, Rezepte werden auf Wunsch auch per Post versendet (dieses Service bieten wir nur bei regelmäßiger Kontrolle mit Vorsorgeuntersuchung an).

Dreimonatsspritze: € 40,–

Spirale:  
€ 400,00 für eine Kupferspirale

€ 500,00 für eine Goldspirale oder eine Kupferkette (Gynefix)

€ 500,00 für die hormonhaltige Spirale (Mirena™), 
inklusive allfälliger Medikamente, aller Nachuntersuchungen und inklusive Entfernen. Die Kupferspirale kann 3-5 Jahre verwendet werden, die Hormonspirale kann 5 Jahre verwendet werden

Hormonstäbchen: € 400,00 für 3 Jahre inklusive Setzen und Entfernen.